Keine Privatisierung unseres natürlichen Erbes

15. Juni 2026

Am Abend des 15. Juni 2026 hat der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments über die künftige Regulierung der Neuen Gentechnik abgestimmt. Die agrarpolitische Sprecherin der Europa-SPD kritisiert das Ergebnis scharf. Bei den neuen Regeln geht es um gentechnisch veränderte Pflanzen und daraus bestehenden Lebens- und Futtermittel. Am Mittwoch stimmen die Abgeordneten in Straßburg final im Plenum über den Text ab. Unter „Neuer Gentechnik“ werden Verfahren wie die Genschere CRISPR/Cas verstanden, mit denen das Erbgut von Organismen gezielt verändert werden kann.

Wenn Unternehmen zukünftig natürliche Pflanzenmerkmale patentieren dürfen, legen wir die Axt an Millionen Jahre natürlicher Evolution und jahrhundertelange Züchtungsarbeit der Bäuerinnen und Bauern. Christdemokrat:innen, Liberale und Rechtsextreme machen damit den Weg frei für den Ausverkauf unserer Umwelt.

Gerade weil neue Verfahren wie die Genschere CRISPR/Cas tiefgreifende Eingriffe ins Erbgut ermöglichen, braucht es einen sicheren Regelungsrahmen, der die genetischen Ressourcen schützt und Transparenz und Wahlfreiheit sicherstellt. Stattdessen setzt sich eine konservativ-liberale Mehrheit gemeinsam mit den Rechtsextremen dafür ein, dass künftig ein Großteil der Produkte ohne Kennzeichnung auf den Markt kommen können. Ohne Kennzeichnung gibt es keine echte Wahlfreiheit für Landwirt:innen und Verbraucher:innen. Auch eine Ausnahme für Deutschland, ein sogenanntes Opt-out-Recht, ist damit nicht möglich. Eine Mehrheit aus Christdemokrat:innen, Liberalen und Rechtsextremisten schwächt Rückverfolgbarkeit, Transparenz und Koexistenzregeln – mit schwerwiegenden Folgen für die konventionelle und ökologische Landwirtschaft sowie unsere gentechnikfreien Wertschöpfungsketten.

Wer Kennzeichnung abbaut und Patente ausweitet, stärkt nicht Innovation, sondern die Marktmacht weniger großer Konzerne, schwächt mittelständische Unternehmen im Pflanzenzüchtungssektor und macht den Weg frei für die Privatisierung unserer genetischen Ressourcen. Die Europa-SPD steht für Wahlfreiheit, Verbraucher:innenschutz, das Vorsorgeprinzip und den Schutz der genetischen Vielfalt – deshalb lehnen wir diese Deregulierung ab.

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