Es ist mir eine Ehre!

08. August 2019

In den vergangenen Tagen berichteten mehrere deutsche Medien von Listen über KritikerInnen des US-Saatgutkonzerns Monsanto und seinem Herbizid Glyphosat. Dabei wurde die ehemalige Umweltministerin Barbara Hendricks als „erster Fall in Deutschland“ namentlich benannt.

Auch ich wurde vor einigen Wochen durch ein offizielles Schreiben über Eintragungen zu meiner Person auf dieser Liste informiert.

Als Mitglied im europäischen Agrarausschuss und Mitglied im Sonderausschuss für die Zulassung von Pestiziden ist mir bekannt, dass Monsanto mich gerne auf ihrer Befürworterinnenseite sehen würde. Doch darauf kann der Saatgutkonzern mit solchen Produkten lange warten. Ich habe in den vergangenen fünf Jahren als Abgeordnete hartnäckig und bei jeder Abstimmung für einen klaren Ausstieg aus dem Glyphosatwahnsinn gestimmt. Monsanto als weltweiter Player in Sachen Saatgut und Pflanzengifte spielt ein altes Spiel. Gewinne werden privatisiert, Abhängigkeiten von Landwirten geschaffen und die Probleme, die Glyphosat und ähnliche Stoffe auf der Fläche verursachen, soll die Allgemeinheit tragen. Schon die Wiederzulassung von Glyphosat, auch durch das unverantwortliche Handeln des damaligen CSU-Landwirtschaftsministers Schmidt, beruht auf manipulierten Studien, skandalvollem Handeln im deutschen Umweltinstitut für Risikobewertung, und dem Glauben, irgendwann einmal Geld essen zu können.

Ich empfinde es als Ehre auf der „Gegnerinnenliste“ von Monsanto geführt zu werden. Das bedeutet, ich mache meine Arbeit im Parlament verantwortungsvoll für die Menschen und die Umwelt in Europa!

Hintergrund Der Saatgutriese und Hersteller des umstrittenen „Pflanzenschutzmittels“ Glyphosat hat über Noichl zahlreiche Informationen zur Person und mögliche Lobbyziele gespeichert. Monsanto bezeichnet Noichl als eine der SPD-Abgeordneten, die einen starken Bezug zu Fragen der Landwirtschaft hat und weißt ein internes Ziel bezüglich des Handelns gegenüber Noichl aus: Sie solle die SPD-Fraktion im Europäischen Parlament und die SPD-Regierungsmitglieder dazu zu bewegen, für Glyphosat zu stimmen. Noichls Einfluss als SPD-Agrarsprecherin im Europäischen Parlament wird von Monsanto als „High“ eingeschätzt. Monsanto setzt sich in Bezug auf Noichl klare Ziele: 1. Hervorheben der Bedeutung von Glyphosat für die deutsche Agrarindustrie. 2. Betonung des gesetzlichen Präzedenzfalls, den eine erneute Registrierung von Glyphosat für andere chemische Produkte hat. Diese Botschaft planen sie immer wieder direkt an Frau Noichl heranzutragen, so ist in dem Papier zu lesen. In der Spalte Priorität steht Noichl als „very high“ verzeichnet. Mehrfach wurde vermerkt, dass Noichl, trotz Bemühungen von Monsanto, für kein Treffen zu gewinnen war.

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