Pflanzen für eine Landwirtschaft ohne Gewissen

03. Februar 2016 | Landwirtschaft und Ernährung

Gentechnisch veränderte Pflanzen, immun gegen krebserregende Pflanzengifte, das ist der vorläufige Höhepunkt einer agroindustriellen Landwirtschaft ohne Gewissen.

Das gesundheitsschädliche Potential einer Pflanze, die gegen Glyphosat immun ist, bringt noch mehr Tonnen des krebserregenden Stoffes auf die Felder. Ich bin glücklich, dass das Europäische Parlament hier der Kommission die rote Karte zeigt.

Wir Europaabgeordnete haben heute mit einer großen Mehrheit gegen den Beschluss der EU-Kommission zur Zulassung dreier gentechnisch veränderter Sojasorten gestimmt. Bedauerlicherweise votierten alle CSU-Europaabgeordneten für die Marktzulassung der Sojasorten.

Das gesamte Verfahren zur Zulassung von gentechnisch veränderten Pflanzen muss reformiert werden. Die EU-Kommission wurde zuletzt im Oktober 2015 vom EU-Parlament aufgefordert, das undemokratische Verfahren zur Zulassung zu demokratisieren. Es ist unsäglich, dass die europäische Kommission, in der Regel gegen den Willen der Mehrheit des Rats, GVO auf europäische Teller und Böden lassen will.

Prinzipiell dürfen keine neuen gentechnisch veränderten Organismen auf den europäischen Markt gelangen, solange das Zulassungsverfahren für gentechnisch veränderte Pflanzen in der Europäischen Union nicht reformiert wurde. Für uns SozialdemokratInnen steht fest, dass wir den Anbau von gentechnikfreien Eiweißpflanzen hier bei uns in Europa fördern müssen. Gesundheit geht über Profit!

Diese Entscheidung platzt zudem mitten in die Diskussion über die Gefährlichkeit des Pflanzenschutzmittels Glyphosat. Wir wissen, dass in Ländern, in denen Pflanzen mit „eingebauter“ Glyphosatresistenz verwendet werden, zwangläufig die eingesetzten Mengen von Glyphosat ansteigen, denn die Unkräuter, die damit bekämpft werden sollen, entwickeln ihrerseits Resistenzen. So beginnt eine giftige Spirale nach oben, die zu immer mehr Einsatz von Glyphosat oder noch stärkeren Giften führt. Dies kann niemand für Europa wollen.

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