Keine Allianz mit dem Teufel

03. Februar 2016 | Frauenpolitik / Gleichstellung

Nach den Attacken in Köln befassen sich aktuell EU-Kommission und Europäisches Parlament erneut mit dem Thema Gewalt gegen Frauen. Gewalt gegen Frauen ist weiterhin unerträglicher Alltag in den europäischen Gesellschaften.

Die Stimmen aber, die heute zu diesem Thema Gehör finden, stehen vor allem für erzkonservative Werte und wünschen sich Frauen nicht nur wieder an den Herd, sondern schrecken auch vor Gewalt gegenüber Geflüchteten nicht zurück. Sexismus und Rassismus gehen bei ihnen Hand in Hand.

Wir wissen seit Jahrzehnten, dass das gemeinsame Kennzeichen der Täter nicht ihre kulturelle Herkunft oder Religion ist, sondern das Geschlecht. Viele, die sich nun spontan als Verteidiger des Feminismus profilieren möchten, scheinen das leider noch nicht mitbekommen zu haben und versuchen das Leid der Frauen für ihre rassistische Agenda gegen Flüchtlinge zu missbrauchen".

Dieses zu entlarven ist uns Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten ein besonderes Anliegen - im Allgemeinen wie in dieser speziellen Debatte. Wir werden dieses Momentum dazu nutzen, unseren Forderungen neuen Schwung zu verleihen. Dabei liegt unser Fokus auf der Sensibilisierung, der besseren Bestrafung der Täter und der uneingeschränkten Unterstützung der Opfer.

Aktuelle Zahlen zeigen, dass im EU-Durchschnitt zwölf Prozent der Mädchen unter 15 Jahren eine Form des sexuellen Missbrauchs oder Übergriffs erlebt haben. Eine von 20 Frauen wurde seit ihrem 15. Lebensjahr vergewaltigt. Zudem geben mehr als die Hälfte der Frauen an, bestimmte Orte und Situationen aus Angst vor sexuellen und körperlichen Angriffen zu meiden. Das ist eine unhaltbare Situation, die wir seit Jahrzehnten anprangern.

Vielfach hatten wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten uns daher bereits für eine europäische Strategie zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen eingesetzt. Auch die von uns geforderte EU-Gleichstellungsstrategie, die leider nach wie vor nicht von der Kommission vorgeschlagen wurde, sollte einen besonderen Fokus auf dieses Thema legen.

Aber wir Frauen lassen uns nicht auseinander dividieren und stehen füreinander ein. Diese PseudofeministInnen brauchen wir dafür nicht!

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