Hogans Milchmädchenrechnung geht nicht auf!

15. September 2015 | Landwirtschaft und Ernährung

Seit dem Ende der Milchquote ist der Milchpreis in Europa auf Talfahrt. Die europäische Kommission hat am Dienstag mitgeteilt, dass die deutschen Landwirte EU-Hilfsgelder in Höhe von 69,2 Millionen Euro bekommen. Das gut gemeinte Trostpflaster der Agrarminister ist wie ein Tropfen Milch auf dem heißen Stein.

Umgerechnet bedeutet dies 0,0031 Euro zusätzlich für den europäischen Liter Milch. Jedes Milchmädchen erkennt, dass das nicht zu einem Weg aus der Krise führt. Anstatt sich der Wurzel des Problems anzunehmen und die Produktionsüberschüsse zu reduzieren, sollen die Bauern mit einmaligen Zahlungen still gehalten werden. Schon jetzt ist absehbar, dass Bundesagrarminister Christian Schmidt den nächsten Flug nach Brüssel buchen kann, denn dieses Ergebnis ist weniger als nichts.

Das Geld stammt aus dem 500-Millionen-Topf, der als kurzfristige Lösung für die aktuell notleidenden Landwirte gedacht war. Um die Landwirte nicht regelmäßig unterstützen zu müssen, braucht es einen strukturellen Wandel im Milchmarkt. Alternativen dazu liegen schon seit langem auf dem Tisch.

Die aktuelle Krise macht deutlich, dass es ein Fehler war, das Quoten-Aus nicht mit zusätzlichen gemeinsamen Marktregeln und flankierenden Maßnahmen zu begleiten. Viele Betriebe in der gesamten Europäischen Union sind nach wie vor in ihrer Existenz bedroht.

Das Maßnahmenpaket geht an der Lösung des Problems komplett vorbei. Das Kabinett von Kommissar Phil Hogan muss es sich jetzt auch mal schwerer machen und in die Tiefe des Marktes zu tauchen. Leider ist der völlig freie Milchmarkt nur eine Illusion.

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